
¨ Teun Hocks, das Männchen
Um das Jahr 1980 kam, hauptsächlich in den Niederlanden,
die inszenierte Fotografie auf. Dabei spielt der Fotograf mit der
(Un-)Wirklichkeit, d.h. der Künstler legt mit seiner Kamera einen von
ihm selbst in Szene gesetzten Umstand fest. Das Foto spricht - als Kunstwerk
- für sich. Teun Hocks (1947) ist der Erfinder von Fotosituationen,
Bastler, Dekorationsentwerfer, Fotograf, Regisseur, Hauptperson seiner Bilder
sowie Maler. In den oft eingefärbten Schwarzweißfotos tritt
er als Männchen in Aktion auf. Hocks Stärke liegt darin, an und
für sich Gewöhnliches zu etwas Ungewöhnlichem zu kombinieren.
Die von ihm geschaffenen Situationen erhalten dadurch eine poetische Kraft.
¨ Spielen mit Fotografien
Hocks Arbeiten regen den Betrachter dazu an,
sich eine
Geschichte auszudenken, die dem Foto vorherging, beziehungsweise sich
danach abspielen wird. Er meint dazu: `Dass ein Foto eine Geschichte
erzählt, fasziniert mich. Früher war das verboten, sonst wäre
es keine echte Kunst gewesen. Ich fühle mich sehr verwundbar, auch in
meiner Arbeit. Es macht mir mehr Spaß, mir aus der Ferne ins Fäustchen
zu lachen, als mir echt eine Blöße zu geben. Darum sind meine Arbeiten
auch so archetypisch, glaub' ich. Ich versuche, allgemeingültige Dinge
wiederzugeben, aber eben nicht meine eigenen Frustrationen.'
¨ Dreidimensionale Fotografie
Im Jahre 1992 erhielt Hocks den Capi-Lux Alblas Preis.
Dank der Capi-Lux Alblas Stiftung können wir Ihnen eine von ihr hergestellte
Videoaufnahme seiner Arbeitsweise vorführen. Auf einigen der ausgestellten Fotos ist Teun Hocks zu sehen,
wie er sein Ebenbild, eine Handpuppe mit Krawatte, mit Händen und
Füßen manipuliert. Wenn Sie Ihren Blick hin und her wandern lassen,
werden Sie feststellen, daß sich die Figuren auch wirklich bewegen.
Vielleicht fühlen Sie sich, wie auch Hocks auf einem der anderen Fotos, im
siebenten Himmel.
Poppenspe(e)lmuseum. Kerkweg 38, 8193 KL Vorchten NL ( +31(0)578 - 63 13 29